Die Grenzen des Teleobjektivs – Das Flimmern der Luft

Seit dem Aufkommen der Digitalkameras werden Jahr für Jahr neue erstaunliche Produkte angeboten, die Merkmale aufweisen, welche in der herkömmlichen Fotografie nicht denkbar waren. Kleine Kompaktkameras, mit den Maßen eines Skatspiels enthalten inzwischen Zoomobjektive mit dem Faktor 10x oder mehr mit beachtlicher optischer Leistung. Die Bridgekamera, die einer kleinen Spiegelreflexkamera ähnelt, geht noch weiter. Beispielsweise hat die Panasonic  Lumix DMC-FZ45 einen 24x Zoom, der bezogen auf die herkömmliche 35mm Kamera einen Bereich von 25-600mm abdeckt. Das ist ein größerer Brennweitenbereich als viele teure Kamerasysteme vor noch gar nicht so langer Zeit abgedeckt haben.  Durch Antiverwacklungstechniken ist es möglich, mit diesen Apparate  sogar freihändig im langen Telebereich zu fotografieren. Vom Weitwinkel bis in den mittleren Zoombereich kann man freihändig filmen, wobei ein Stativ sowohl bei der Fotografie wie auch beim Film in manchen Fällen immer zu besseren Ergebnissen führt. Dennoch, die Technik ist weit gekommen.  In Test werden Zooms gelegentlich zurecht hinsichtlich ihres Leistungsabfalls im Telebereich kritisiert.   Das Objektiv wirkt im äußersten Zoombereich wie ein starkes Fernglas und muss dafür eine hohe Detailauflösung gewährleisten.  In der Praxis geht es bei extremen Teleeinstellungen vor allem darum ein weit entferntes Detail  aufzunehmen. Dabei wird die Bildqualität häufig gar nicht so sehr von der Technik beeinträchtigt, sondern mehr von den Sichtbedingungen. Luft flimmert, enthält Feuchtigkeit, Staub, Pollen etc und wirkt mehr oder weniger wie ein vermutzter Filter. Das  Licht gelangt durch die Luft vom Motiv zur Kamera. Bei Teleobjektivaufnahmen machen sich Verformungen, Zittern und Bewegungen, die u.a. vom Wabern und Flimmern der Luft hervorgerufen werden stark bemerkbar.   Beim Zoomen vom Weitwinkel in den Telebereich wird man das je nach Sichtverhältnissen und Brennweite irgendwann feststellen können. Als Faustregel gilt, bis ca. 300mm (bezogen auf die 35mm Kamera) ist das Flirren unkritisch. Ab 500mm wird der Einfluss der Sichtbedingungen deutlich sichtbar und ab 1000mm ist man bereits auf beste Sichtbedingungen angewiesen, wenn die Fernaufnahme hochqualitativ gelingen soll.

Wir zeigen den Effekt mal an einem Beispiel. Die erste Aufnahme wurde mit einem 300mm Objektiv aufgenommen. Vom gleichen Standpunkt filmten wir ein Motivdetail mit einer Pentax K-5 mit einem 2000mm Teleobjektiv (Orion OMC140 – Spezialteleskop im Carbontubus) mit vorzüglicher Optik. Die Kamera stand bei Windstille bombenfest auf einem schweren Stativ von Linhof. Alle Bewegungen werden durch die Luftunruhe verursacht.

Aufnahme mit 300mm (Pentax - Da-55-300mm)
Aufnahme mit 300mm (Pentax – Da-55-300mm)


Was das Flimmern anrichtet, sieht man im unteren Teil dieses Artikels:
http://www.photoinfos.com/astronomie/Orion-OMC140-01.htm


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