
Suse Groesel wuchs in den Niederlanden auf. Ihr Vater, Fritz Groesel, arbeitete in Amsterdam in einer Zweigniederlassung der Bank Mendelssohn & Co., deren Hauptsitz in Berlin lag. Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde die jüdische Bank „arisiert“, das heißt, ihre Vermögenswerte wurden an die Deutsche Bank übertragen. Fritz Groesel verlor 1941 seine Stelle in Amsterdam. Bis zur deutschen Kapitulation war er dort weiterhin im Kredit- und Vermögensbereich tätig. Die politische Entwicklung brachte die Familie Groesel in eine schwierige Situation.
Suse machte 1939 in den Niederlanden ihr Abitur. Auch dort blieb ihr Leben vom Einfluss des nationalsozialistischen Deutschlands nicht unberührt. Über die Auslandsorganisation (AO) der NSDAP wurden auch im Ausland lebende Deutsche erfasst und in die nationalsozialistischen Strukturen einbezogen. Während der Schulferien 1938 nahm Suse an einem Lager einer Hitler-Jugend-Organisation teil. Nach ihrem Schulabschluss wurde sie dem Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend zugeteilt. Ob sie dies wollte, wurde gar nicht gefragt. Ihre reichsdeutsche Staatsangehörigkeit genügte, um sie über die Auslandsorganisation der NSDAP dorthin zu bringen.

Suse Groesel hinterließ ein Album mit zahlreichen Negativen aus dieser Zeit. Ihre Bilder sind hier zu sehen:
https://medienarchiv.com/Autoren/Suse-Groesel/Suse-Groesel.htm
Alle Fotos sind ursprünglich schwarzweiß. Einige wurden coloriert.